 |  |  |  | VÖ: 08.03.2008
Format: 2-LP
 |  | € 17,50 |
| ebenfalls erhältlich
 |  | CD - € 16,75 |
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Felice Brothers The Felice Brothers 3 Brüder, Ian, Simone und James aus den Catskill Mountains und – Felice Navidad – Christmas am Bass. Ich bin sicher, es ist einfach nur Pech, das Ian klingt wie Bob Dylan, dass Bezüge zur Band einfach absolut zufällig sind. Ganz genau weiss ich aber, das das eigentlich unwesentlich ist. Die sind nunmal in der Nähe von Woodstock geboren (Gene!), und da alle Ähnlichkeiten vielleicht sogar beim letzten Album – Tonight At The Arizona (2007) - noch ausgeprägter da waren und es ihnen trotzdem niemand übel genommen hat, sollte man einfach dazu übergehen, reinweg zu geniessen.
Versoffene tragische Gestalten aus hinteren Bergwäldern die mit Kummer über die Welt, die eigene und die da draussen philosophieren und zu allem Lieder schreiben, die einen geheimnisvollen Trick in sich bergen, sie bringen nämlich zivilisationsgeschädigte Städter dazu sich wie ein verdammter Hillbillie hinter den sieben Bergen zu fühlen, unglücklich zu sein mit dem Kummer um die Welt, die eigene und die da draussen. Man hockt im verrauchten Saloon, kauert im gleichen Wagon und nuckelt gemeinsam aus einer Whiskeyflasche. Das klingt doch nicht negativ oder? Dieses Lebensgefühl ist einfach nur zutiefst sinnlich.
Die Felice Brothers spielen diese Stimmungsfieberkurve einfach nur mit trockenem Humor gewürzt, rauf und runter. Wenn Ian es will, wird seine Stimme von keiner der soundsoviel Spuren im Studio wirklich eingepfercht und klingt als sänge er einfach draussen im Nieselregen. Nehmen wir Little Ann, der erste Song, wo andere einen Reisser vorne dran auf die CD setzen, eröffnen die Felices mit einer leisen Orgel-Mundharmonika begleiteten Ballade, fast sakral im Intro, fast ein Gospel. In den folgenden Stücken beeindruckt immer wieder, wie die Brüder sich zum Chor vereinen, verbrämt mit dem Akkordeon von James Felice. besoffen, bierseelig und verzweifelt (und gefährlich) fröhlich (Frankie’s Gun). Sehr leise, fast meditativ dann Goddamn You, Jim, ein flüsternder Felice und eine ganz lang gewälzte Orgel.
Weiterhin wechseln Stimmung und Laune, prägnant „Dylierend“ mal auf Song 8 -Saint Stephen’s End - und Murder By Mistletoe klingt wie Dylan sings Young auf einem Harvest 3 Album. Selbst wenn man ein wenig Americana-Müde sein sollte, vom Überangebot der letzten Jahre, der unerschütterliche, schnapsgetränkte Provinz-Charme aus der Tiefe Amerikas nimmt einen unweigerlich mit. Zum ersten Mal gilt ein Felice Bros. Album als richtig ausproduziert, die Brüder hat das aber nicht korrumpiert, es riecht durchaus noch nach dem heimischen Hühnerstall oder nach U-Bahn Schächten – Stationen ihres Live-Werdegangs. Es vermittelt auch die Urkraft, die dem bauernschlauen Folk der Brüder innewohnt. Dazu wäre das Musterbeispiel hier Helen Fry, wie das rockt und poltert und doch voller spielerischer Eleganz strahlt, lässt merken wie faustdick sie es hinter den Ohren haben. (ICC)
"...Musikalisch liegen die Brüder mit The Band ohnehin auf einer Wellenlänge. Sie pflegen den gleichen »loose feel«, der wie live von der Veranda gespielt klingt." (Spex)
“…it's hard to find fault in this collection of earthy ballads and barroom jams.” (All Music Guide. 4 ½ stars)
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