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Walkabouts: Nighttown - Hilfe
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Walkabouts - Nighttown

Cover von Nighttown
Walkabouts
Nighttown

Label Virgin
Erstveröffentlichung 01.01.2000
Format CD
Leider nicht verfügbar.
Rezension

97er Album, das zweite und letzte für Virgin.
“Amerika hat viele Gesichter: die profitgierende Geschäftigkeit in den Machtzentren des Mammons. Das sandige Nichts in der Wüste Arizonas. Und die selige Schweigsamkeit der Rocky Mountains. Kein Wunder, daß dieses weite Land Platz für die unterschiedlichsten Musikbiotope bietet - von Folk bis Funk, von Groove bis Grunge. Aus Seattle, einst Heimstatt der lärmenden Kellerkinder Eddie Vedder (Pearl Jam) und Kurt Cobain (Nirvana), kommen auch Chris Eckman und Carla Torgerson, die musikalischen Köpfe der Walkabouts. Mit wütenden Wummer-Gitarren oder kreischenden Kreissägen-Songs hat diese Band aber wenig im Sinn: Die Walkabouts entwerfen grandiose, melodische Zeitlupen-Studien für die Zeit zwischen Tag und Traum. "Nighttown" ist schon das achte Album der fünf Amerikaner, die ihre Plattenkarriere 1988 mit elektrifiziertem Ländler-Sound begannen und ihren Stil in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt haben. Nun scheint der Höhepunkt erreicht: Ein solches Maß an lasziver Gefühligkeit verströmte keine andere CD-Neuheit der letzten zwölf Monate. Da ist der sanfte Schwebeflug der "Nightbirds", das feuchtwarme Traum-Tremolo in "Follow Me An Angel" oder das wonnige Sonntagmorgen-Szenario "Lift Your Burdens Up". Kritisch betrachtet also vor allem klebriger Kuschelrock-Kitsch? "Nighttown" ist das pure Gegenteil. "Wir wollten eine urbane Platte machen. Alle Stücke erzählen Geschichten aus der Großstadt, und wir haben mit neuen Strukturen wie Drum Loops experimentiert", verrät Songwriter, Gitarrist und Piano-Player Eckman. So bauten die Walkabouts erstmals Synthie-Effekte in ihre komplexen Kompositionen ein, wie man sie aus dem TripHop kennt ("Heartless") - aber ganz vorsichtig: Für lautes Lustempfinden ist in der sensiblen Welt der Schöngeister von der US-Westküste kein Platz. Dafür breitet das Quintett während seiner romantischen Reise ein sündhaft anmutiges Sammelsurium an instrumentalen Begleitern aus: Klavier, Vibraphon, Gebläse und eine ganze Streicherschar-Produzent Victor van Vugt (Nick Cave, Beth Orton), der auch schon am Vorgänger "Devilþs Road" beteiligt war, hat zweifellos ganze Arbeit geleistet. Dieser nächtliche Pop-Trip klingt unvergleichlich. Am ehesten erinnern die mystischen Hörspiele der Wakabouts an die Cowboy Junkies. Doch nicht nur das siebenminütige Abschieds-Zeremoniell "Forever Gone" verzaubert mit soviel köstlicher Magie, daß jeglicher analytischer Ehrgeiz ertrinkt. Höchstens, wer die Leichtigkeit des Seins ganz und gar unerträglich findet, wird am Wohlklang der Walkabouts keine Freude haben!“ (Audio)
„Schon der Titel deutet es an: Mit "Nighttown" ziehen die Walkabouts vom Land in die Stadt. Spätestens seit "Devilþs Road", als die Band ihren countryfolkigen Schönklang auf die Spitze getrieben hatte, plädierten Kritiker nicht ganz ohne Grund für einen musikalischen Ortswechsel. Mit "Nighttown" betritt das Quintett um Chris Eckman und Carla Torgerson nun Neuland, ohne bewährte Tugenden zu vernachlässigen. Die Unterschiede zu früheren Alben liegen im Detail: hier ein jazziges Bläser-Intermezzo, das auch einem Tom-Waits-Album entstammen könnte, dort ein Scratch-Intro, hier ein Drum-Loop. All diese Elemente sind behutsam in das unverändert melancholisch-schwelgerische Songwriting der Walkabouts integriert. Ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten, gewinnt der fragile Sound so an Spannung und Abwechslung. (Stereoplay / CD des Monats)

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