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Lambchop: Flotus - Hilfe
hilfe

Lambchop - Flotus

Cover von Flotus
Lambchop
Flotus

Label City Slang
Erstveröffentlichung 04.11.2016
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Was zunächst beginnt wie ein landläufiges Lambchop-Album, sich zwischenzeitlich nahezu mit karger Gewalt dem oberflächlichen Genuss entzieht, um schließlich in einem krönenden 18-Minuten-Trip dem Hörer die Ohren zu öffnen und alles bislang Erlebte in neuem Licht, ja irisierenden Glanz erscheinen zu lassen, ist eben nicht der Versuch eines faszinierenden 57-jährigen, sich neu zu erfinden, sondern sowohl Konsequenz des bislang Erreichten als auch eine zusammenfassende Fortentwicklung eines nimmermüden kreativen Geistes. Bieten die einleitenden 12 Minuten von In Care Of 8675309 noch vergleichsweise sicheres, sanftmütig-gelassenes Americana-Terrain, so bietet der bunt pluckernde Reigen der folgenden Song-Kleinode manche Überraschung für das zunächst verwirrte Ohr. Bei aller Kargheit der Arrangements füllt Kurt die leisen, unterschwellig fiebernden Filigranarbeiten mit verschiedensten Klangfarben, treffen Holzbläser auf bunt pluckernde Rhythmusmaschinen, sanft fließende Gitarren auf verwehte Vocoder-Wälle, ansteckender Minimal-Funk auf verrauchten Barjazz, versonnen klimperndes Klavier auf spielerische Elektronik. Über allem schwebt, durch alles zieht sich Kurts knarziges Croonen zwischen Cohen und Costello diesmal in berückender Vielfalt, mal klar, mal völlig verfremdet, mal viellagig, mal in solitärer, seelenvoller Intensität, das Spiel mit der eigenen Stimme ist einer der roten Flotus-Fäden. Den Wagner'schen Hang zu elektronischen bis tanzbaren Spielereien kennt man spätestens seit der Hand Off Cuba-Collaboration CoLAB, doch hier wird das Spiel mit den mal digitalen, mal analogen Möglichkeiten zum integrativen Stilmittel, gewinnt die vermeintliche Kälte an Herz- und Gefühlstiefe, nicht ohne dem Klangerlebnis eine flirrend-flackernde, unwiderstehlich mitziehende Wirkung zu verleihen. Den finalen Sog aber verspürt man beim Abtauchen in die 18 Minuten von The Hustle, deren mystische, zum nachtdunkel-vernebelten Tanz zwingende Magie sich langsam, aber unaufhaltbar zur vollen hypnotischen Macht entwickelt. Erst in der Rückschau von dieser erreichten Höhe aus beginnt sich das ganze Album zu seiner ganzen faszinierenden Vielfalt zu entfalten, und das anfangs nur zaghaft spürbare Flackern entwickelt sich zu tiefglühendem, inneren Feuer. Wie (auch) immer Mehrfachhören lohnt! (cpa)

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