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Steeleye Span: Dodgy Bastards - Hilfe
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Steeleye Span - Dodgy Bastards

Cover von Dodgy Bastards
Steeleye Span
Dodgy Bastards

Label Park
Erstveröffentlichung 03.02.2017
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 15,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Mit vielem hätte ich gerechnet, aber nicht damit, dass mich dies meritenreiche Mutterschiff des Britischen Folk-Rock noch einmal überraschen, ja überwältigen kann. Seit 50 Jahren in rauhen Rock-Gewässern unterwegs, bestach die wechselnde Mannschaft um die gleißend-glänzende Stimme Maddy Priors immer weniger durch Überraschungen als durch Beständigkeit, hielt konsequent das gewohnte Niveau, Neuerungen wurden eher vorsichtig-verhalten versucht, und am einnehmendsten agierte man, wenn man die bewährten Klassiker aufkochte. Ohne den eigenen Stärken untreu zu werden, beeindruckt das frische 2017er Sextett um die von keinerlei zeitlichen Spuren beeinträchtige, herrlich hell und klar leuchtende Stimme Maddys jetzt mit einem Dutzend neu vertonter Balladen aus dem legendären Sammlungsschatz von Francis James Child und führt dabei die eigene Kunst zu ganz neuem Glanz. Frei von etwelchem modischen Firlefanz oder verfälschenden Verneigungen vor modernen Musik-Strömungen (abgesehen von Julian Littman's kurzer, aber prägnanter Rap-Einlage) pflegt der gut gemischte Sechser (neben Steeleye-Senior Rick Kemp noch die Lang- und Kurzzeit-Weggefährten Liam Genocky, Littman, Andrew Sinlair und die sowohl mit Geigenspiel als auch Gesang brillierende Jessie May Stewart) den klassischen britischen Folk Rock, wie man ihn wurzeltreuer und trotzdem zeitgemäßer nicht zelebrieren kann. In bis zu 10-minütigen, den breiten Balladenvorlagen vielfältig folkfarbenreichen Raum zur Entfaltung bietenden, mitunter nahezu progressiv-phantasievoll ausschweifenden Epen kostet man instrumentalmeisterlich die weiten Möglichkeiten zwischen akustisch-sanftem Folk und deftigem, riff-satten Rock bis zur köstlichen Neige aus, und krönt die windungsreichen Weisen mit bis zu fünfstimmigem Harmoniegesang. Dabei klingt der Steeleye-Stil satter, klarer, zupackender als auf manchem Vorgänger, sind die Melodien womöglich Dank der reichen Solo-Erfahrungen der einzelnen Artisten von einer berührenden Natürlichkeit, wie man sie in dieser lückenlosen Fülle selten auf einem einzigen Span-Album antraf. Fast ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel, und dennoch immer genügend geniale Energie für eines der besten Alben der Band-Geschichte. Beeindruckend lebendige Rock-Historie. (cpa)

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