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Kasey Chambers: Dragonfly - Hilfe
hilfe

Kasey Chambers - Dragonfly

Cover von Dragonfly
Kasey Chambers
Dragonfly

Label Warner Brothers
Erstveröffentlichung 03.03.2017
Format 2-CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 23,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

Gebt mir mehr Superlative, ich muss ein wahres Meisterwerk beschreiben. Gern würde ich noch weiter ausholen, die außerordentliche Australamericana-Artistik dieser Ausnahmekünstlerin in allen Feinheiten schildern, jedes einzelne ihrer (zum größten Teil hierzulande nicht erhältlicher) Werke in den Elogen-Himmel heben, allein mir fehlen Zeit und Raum, muss ich doch ihr bislang ambitioniertestes, vielschichtigstes, reifstes Album loben, eine Doppel-CD, die voll gesammelter Wurzel-Weisheit, voller ehrlicher Emotion und beeindruckender Erfahrung alle anderen Alben dieses Jahres überstrahlen wird. Ihr und ich sind von der größten Songwriterin Australiens ja bereits einiges gewohnt, aber mit dieser 20-Song-.Kollektion übertrifft sich diese Meisterin des rundum reifen Alternative Country/Folk/Rock selbst, klingt sie doch wie eine Compilation alles Guten, Wahren & Schönen aus einem Jahrhundert Americana-Geschichte, aber sämtliche 20 Songs, eingespielt in zwei verschiedenen Sessions (eine unter der Regie von Legende Paul Kelly; die andere produziert von Kasey-Bruder Nash), sind frische, fulminante, final faszinierende Chambers-Originale, und jedes für sich scheint für die Ewigkeit geschrieben. Egal ob a capella-Artigkeit, schmerzhaft-schöne, schon jetzt unvergessliche Karg-Folk-Ballade, Banjo-beknarztes Field Recording, schillernd-charmanter Talking-Blues, gefühlsintensiver Gospel-Moment, schleppender Country-Rock, herrliche Hymne oder einige der deftigsten Rock-Kraft-Pakete, die Kasey je geschnürt hat hier findet man alles, und alles in gut, das Beste aller Wurzel-Welten, kondensiert und konzentriert auf 20 weise Weisen, deren unwiderstehliche Eingängigkeit nahezu unmittelbar zu dauerhaftem Mitsummen führt. Ständig stößt man auf mögliche Vergleiche und Verweise, vermeint man Verwandtschaften zu Be Good Tanyas, Mumford & Sons, Gillian Welch, Maria Solheim oder den nicht minder genialen Civil Wars zu entdecken, vor allem die unmittelbare Nähe zum Ehepaar Buddy und (vor allem) Julie Miller ist durchgängig zu spüren, aber Dragonfly ist weit mehr als die Summe dieser kostbaren Teile. Verbunden durch eine ungemein wandelbare, verwundbare, mal kindlich-naive, mal schmeichelnde, mal schneidend scharfe Stimme in der magischen Mitte zwischen Stevie Nicks, Melanie, Patti Smith und (besonders) Julie Miller wird diese kaum auf einen Nenner zu bringende faszinierende Vielfalt geeint, zu einer organischen, naturnahen, innerliche und äußerliche Barrieren brechenden Musik-Macht, die kaum noch überbietbar ist. In ihrer Heimat weit bekannter als hierzulande kann Kasey Ed Sheeran auf eine wassertragende Gast-Nebenrolle reduzieren, einen überraschend gefühlvollen Keith Urban zum delikaten Duett bitten, mit Fox Vance ein zutiefst zu Herzen gehendes Gesangspaar bilden, meisterliche Musiker wie Dave Kelly (Gitarren), Paul Kelly, James Black (Hammond, Wurlitzer, E- & Slide-Gitarren), Adrian Wallis (Cello), Alexandra d'Elia (Violine), Brandon Dodd (Gitarren) und natürlich Bill und Nash Chambers auf einem Album versammeln, während man hierzulande Wochen warten wird, bis man sein eigenes Exemplar dieses Wunderwerks in den zitternden Händen halten kann (Australien ist weit). Auch der Preis scheint auf den ersten Blick nicht gerade wie ein Geschenk, aber seid Euch gewiss: Dieses Meisterstück ist jeden einzelnen Cent, jeden Tag des Wartens mehr als wert. (cpa)

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