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Bonnie Prince Billy: Best Troubadour - Hilfe
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Bonnie Prince Billy - Best Troubadour

Cover von Best Troubadour
Bonnie Prince Billy
Best Troubadour

Label Domino
Erstveröffentlichung 05.05.2017
Format CD
Lieferzeit 1 – 3 Werktage
Preis 14,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

17er. Ein Merle Haggard-Tribute, ausschließlich (16) Covers. Aber nicht werkgetreu was möglicherweise auch nicht zu seiner Stimme gepaßt hätte (so schon!). Das wird bereits bei der ungewöhnlichen Instrumentierung deutlich: Neben Gitarre (überwiegend vorzügliche akustische) ab und zu Geige, sporadisch Pedal Steel oder Banjo, v.a. aber, permanent: Sax und/oder Flöte sowie sehr schöne weibliche Harmony Vocals, die sich z.T. zur Duett-Stimme auswachsen (die irische Singer-Songwriterin Nuala Kennedy, nehme ich an)! Auch die Musik geht über reinen Country hinaus (auch wenn der klar vorherrscht, ob stilecht und traditionell dem Original ähnlich, schon mal neuartig und locker-beschwingt aufbereitet - bis in die 50er reichend, oder eher im Alt./Songwriter-Country-Fahrwasser), hier eine Einbeziehung von Tex Mex/einem Hauch Jimmy Buffett, dort eher Country Pop in ganz old-fashioned (z.B. gewissen Willie Nelson-Songs verwandt), (mehrfach) mehr Folk als Country, einmal gar sowas wie Country-Soul-Jazz mit einer Prise Grateful Dead! Die vorherrschenden (nicht ausschließlichen) Gangarten: Tastend, wunderbar einfühlsam, extrem delikat, souverän filigran, verweht und ganz leise, zerbrechlich und fast verschwindend, in sich versunken, oder zumindest relativ relaxt, sehr lose, in aller Ruhe erdverbunden. Überwiegend balladesk, klar. Persönliche Lieblingssongs, keine Greatest Hits-Auswahl, inkl. einer Reihe späterer Stücke. Beteiligte u.a., viele begleiteten ihn schon früher: Van Campbell (Black Diamond Heavies), Matt Sweeney (Johnny Cash, Cat Power, Tinariwen), Drew Miller, Cheyenne Mize, Chris Rodahoffer; Emmett Kelly (Cairo Gang-Leader), A.J. Roach. Ein sehr schönes Album! (dvd) Von den letzten Will Oldham-Produktionen habe ich doch mehr verpasst als tatsächlich gehört, dieses neue Werk ist für mich so eine Art Wiedereinstieg. Es besteht ausschließlich aus Coverversionen seines fast genau vor einem Jahr verstorbenen Helden Merle Haggard. Erster Eindruck: recht traditionelle Country Music, an den Rändern aber mit einigen Unwuchten. Der flockige, folky Country-Groove wird nämlich nicht nur mit Fiddle und etwas Harmonica verziert, sondern auch mit Saxofon, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dafür gefällt mir Oldham als Sänger umso besser, er hat diese unaufgeregte, wissende Grandezza und singt ganz einfach die Songs, ohne Theaterdonner und pseudoemotionale Momente (wie so viele Kollegen). Das ebenfalls recht unaufdringliche Sax zieht sich fast durch das gesamte Album, wird teils von einer Flöte umspielt, wie auch Oldhams Stimme des Öfteren von einer zweiten Frauenstimme begleitet wird, die mich wahlweise an die junge Emmylou Harris wie an Victoria Williams erinnert. Die sind aber beide nicht dabei, dafür aber u.a. Van Campbell, Nuala Kennedy, Danny Kiley, Drew Miller, Cheyenne Mize, Chris Rodahoffer, Mary Feiock, Emmett Kelly, A.J. Roach und Matt Sweeney. Oldhams Lieblingssongs von Haggard stammen aus allen Schaffensphasen zwischen 1967 und 2011, das Album stellt insgesamt aber wohl eher ein Nebenprojekt dar, für Oldham aber zweifellos eine Herzensangelegenheit. (Joe Whirlypop)

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