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Algiers: The Underside Of Power - Hilfe
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Algiers - The Underside Of Power

Cover von The Underside Of Power
Algiers
The Underside Of Power

Label Matador
Erstveröffentlichung 23.06.2017
Format CD
Lieferzeit 4 – 7 Werktage
Preis 13,95 € (inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand)
Rezension

17er. Das Debut hatte mich total umgehauen, dieser Nachfolger nicht minder. Mächtiger Stoff, inhaltlich engagiert, z.T. wütend, in Musik verpackt, wie sie niemand sonst produziert. Noch moderner, zeitgemäßer als zuvor, und das im denkbar besten Sinne, ohne (v.a. schwarze) Wurzeln verschiedener Art zu verleugnen. Das Ergebnis könnte man, v.a. in der 1. Hälfte, als eine Art futuristischen (Elektro-) R´n´B (resp. Soul) bezeichnen, stimmgewaltig, teils enorm aggressiv resp. hart, roh, fast brutal, teils (auch massiv) dunkel bis irgendwie spooky, bedrohlich (und zugleich immens intensiv), teils mit rasant/unerbittlich treibendem „weltlichem“ (Electro-) Gospel verknüpft, teils End-60er-Soul-inspiriert doch soundmäßig extrem (rhythmisch dezenter) upgedatet (und, wie andere Tracks, grandios mitreißend) wobei sich die moderne Note aus Grooves wie der Instrumentierung speist (die allerdings neben Synths/Electronics auch scharfe/manipulierte Gitarren, oder gar eine ebensolche Geige beinhaltet); aber es gibt ebenfalls smoothe/zurückgenommene/verhallte (doch explizit spannungsreiche) Momente, gar eine teilweise relativ „normale“ gefühlvolle (partiell jedoch nachtschwarze) Soul-Ballade. Das alles ist ungeheuer aufregend, zuweilen schon monumental bzw. ein richtiges Naturereignis… Später wird´s noch abgefahrener/greller: Reduzierter bis kakophonischer Modern Groove-R´n´B mutiert zum „Alien-Gospel“ (uralte Roots in hypermodern), unheimlich-spaciger Electro-Underground (am ehesten in den experimentellen 80ern zu verorten) folgt auf hackenden brennenden brisanten schwarzen Highspeed-Noise-Rock/R´n´B (überwältigend!), verlorener/einsamer Minimal-Stoff wird zum magischen repetitiven Düster-Soundtrack der kommenden 20er, aus der (getünchten) Vorhölle entsprungener schwebend-dräuender Sakralsound, ein großartiger Jazz-Soul-Underground-Gospel-Mix on Acid (hinreißend!)… Fast jedes Stück ist anders, die Grooves kommen höchst effektiv (ungemein reizvoll und abseits gängiger Moden), Dramatik wird groß geschrieben, die Sounds sind vielfach verfremdet/bearbeitet, sporadisch/punktuell strahlen Backing Vocals manipuliertes Gospel-Flair aus, und manchmal erinnert mich der Sänger an Willis Earl Beal (nicht den aktuellen). Innovationen! Emotionen! Sensationen! Portisheads Adrian Utley war beteiligt. Sichere Jahrescharts. (dvd)

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